Freitag, 7. März 2008

Das Konzert und das Paralleluniversum

Was dies miteinander zu tun hat ? Ich erklärs gleich. Eins nach dem anderen.

Ich hatte gestern ein Blind-Date mit Ray.
Wobei dieser Ausdruck eigentlich weder passt noch stimmt. Denn so "blind" war das nicht und zudem war es nicht ein "Date" im üblichen Sinne. Für beide.
Aber wir trafen uns, um an das Konzert der Eels zu gehen.

Erst tranken wir gemütlich ein Bierchen im Foyer, welches sich nach und nach mit Leuten füllte. Das Konzert war nämlich ausverkauft und schon beim Eingang wollten uns diverse Leute die Tickets abkaufen. Nichts da !

Das Gedränge wurde immer dichter und plötzlich standen wir etwa in der Mitte aller wartenden Leute. Als dann der Saal geöffnet wurde, befanden wir uns mitten in einem Strom. Wir wunderten uns ein bisschen über die strenge Eintrittskontrolle. Da wurden Handtaschen durchsucht und sogar Leute abgetastet (!). Nichts desto trotz, die Rockgöre verschaffte sich den Einlass mit einem Lächeln im Gesicht. Weil ihr kurz zuvor in den Sinn kam, dass da noch ein Pfefferspray in der Handtasche weilt. Von der Digitalkamera ganz zu schweigen, denn die ist immer mit dabei.

Der ganze Saal war bestuhlt, was ja doch eher etwas aussergewöhnlich ist. Aber im nachhinein, verstehe ich die Kino-Bestuhlung schon.

Wir fanden gute Sitzplätze und unterhielten uns über dies und das. Kurz vor dem Beginn, der angesagt war für 20 Uhr, erklärte sich der Ray bereit, für die Rockgöre noch ein Bierchen zu organisieren. Dies war anscheinend schwieriger als erwartet, da er erst nach etwa 15 Minuten wieder zurück war. Oder war's noch länger ? Ich weiss es nicht mehr, denn inzwischen wurde es dunkel im Saal und auf den weissen "Bettlaken" vor der Bühne wurde ein Film gezeigt.
Ein lustiges Intro, dachte ich.

Im Film ging es um Mark Oliver Everett, den Sänger der Eels. Er stand am Grab seines Vaters, seiner Mutter und seiner Schwester. Sein Vater, Hugh Everett, war ein bekannter Physiker, der sich mit der Quantenmechanik beschäftigte. Seine Mutter starb an Krebs und seine Schwester litt an Depressionen und brachte sich um. (Für Ray, weil er diesen Teil verpasst hat.)

Inzwischen hat sich Ray zwei Bier ergattert, sich heldenhaft durch die Menge gekämpft und wieder neben mir Platz genommen. Der Film ging weiter.

So sahen wir also Mark Oliver Everett auf den Spuren seines Vaters. Er war an der Universität Princeton im Archiv und schaute Arbeiten seines Vaters an. Er liess sich die ganze Quantenphysik erklären. Wir lernten viel über das Paralell-universum, Moleküle, die Physiker Born und Schrödinger, Teilchen und Wellen und Schrödingers Katze.

Der Film endete nach einer Stunde ! Licht im Saal !
(Eigentlich waren wir ja an einem Konzert…)

Nach einer kürzeren Pause fiel aber der Vorhang und das Konzert begann. Statt einer erwarteten Band, traten aber nur zwei auf. Mark Oliver Everett und sein Kumpane, dessen Namen ich vergessen habe. Gitarre und Schlagzeug, Klavier und Schlagzeug, schrumm schrumm…..
Die ersten fünf Lieder tönten alle gleich und waren nicht so berauschend. Ehrlich gesagt.
Der Sänger singt nicht wirklich toll, sein Gitarrenspiel wäre innert Wochenfrist lernbar und das Schlagzeug war zu laut und aggressiv.
Danach ein kleiner Lichtblick, als sie "Last Stopp this town" spielten. Während diesem Stück wechselten sich die zwei Musiker ab an Klavier und Schlagzeug. Lustige Einlage.

Irgendwann war das Konzert fertig und ich verstehe den Applaus und die Forderung nach Zugaben immer noch nicht. Aber Musik ist halt auch Geschmacksache.

In einer Bar gleich nebenan liessen wir den Abend ausklingen und "verarbeiteten" dieses Konzert bei einem Bierchen. Wir waren uns einig. Es war als Konzert nicht gut. Der Film, liefe er im Kino wäre interessant. Aber wenn man an ein Konzert geht, will man keinen einstündigen Film sehen. Oder ?
Aber es war trotz allem, eine Erfahrung und ein interessanter Abend.

In diesem Sinne nochmals ein herzliches Dankeschön dem Ray, der mich eingeladen hat, mir eine CD geschenkt hat (sorry, ich bin noch nicht soweit, dass ich sie hören kann) und eine charmante Begleitung war.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

von dieser band habe ich noch nie gehört. - aber anscheinend ist da ja auch egal... was machen die denn für musik?

rockgöre hat gesagt…

Ich hab vorher auch nie was gehört von denen... Am besten gehts Du mal auf ihre Homepage oder auf Youtube um es zu hören. Erklären kann ich das nicht...